Annette Cornelia Eckert

Resonanzen

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liebe Annette,
Hier mein feedback nach 40 Einzelstunden bei dir.

Ich werde ganz frei und unstrukturiert schreiben, es wird unvollständig sein, sonst könnte ich mich gar nicht hinsetzen.

Ich will sonst wieder zu viel.

Ich bin zu dir gekommen, weil ich Rückenschmerzen hatte, mich Alexandertechnik seit langem interessiert hat, da ich weiß, dass viele Schauspieler damit arbeiten, um erst einmal den eigenen Körper zu kennen, um dann gegebenenfalls den „Rollenkörper“ aufbauen zu können. Eigentlich aus Interesse und ganz praktischen Gründen und weil ich in diesem Augenblick das Geld dazu hatte.

Wichtig ist für mich, dass mir die Lehrerin angenehm ist, da ich als sehr sensitiver und emphatischer Mensch nur ganz bestimmten Menschen erlaube, mich zu berühren. die meisten Menschen ekeln mich.
Ich halte also Abstand und habe das auch schon vor langer Zeit gelernt, dass das besser ist für mich.
Ich finde, du hast ganz wunderbare, “saubere“ Hände, denen ich nach der ersten Probestunde vertrauen konnte.
Dann hast du einen für mich sehr wichtigen Humor und eine große Tiefe und Weisheit, weshalb mir auch unsere Gespräche sehr wichtig waren. Nur über das Gespräch mit dir und Deine Hausaufgaben konnte ich die für mich wichtigste Erkenntnis herausfinden: ich bin ein Workaholic.
Du hast mir die Hausaufgabe gegeben, mal nachzurechnen, wie viel Inszenierungen ich mache, da ich so viele Schauspielstudenten gleichzeitig betreue. Die Zahl 42, die dann rauskam, hat mich persönlich geschockt. Ich wusste, dass ich sofort was an meiner Arbeitseinstellung verändern möchte.

Überhaupt habe ich in den letzten 9 Monaten bei dir radikale Veränderungen durch Dein „spiegeln“ vorgenommen.

Keine Kunden mehr vor 12.00 Uhr;  keine Stücke mehr am Wochenende lesen; mehr Freunde einladen; faul sein können; ganze Tage nur einen Kurs am Abend geben; nachdenken; fühlen; die Alexandertechnik Übungen vor Stresssituationen machen, was sehr geholfen hat, überhaupt mein Leben und meine Haltung dazu komplett zu überdenken.

In den Stunden bei dir auf dem Stuhl, haben wir bemerkt, dass ich ein ganz tiefes Misstrauen meinem Rücken gegenüber habe, also was hinter mir geschieht. Meine Ohrwahrnehmung trotz meiner Augen mich im Augenblick noch täuschen; es macht mir gar nichts, dass wir das bis heute nicht lösen konnten, ich bin sicher, unbewusst bin ich auf meinem weg und das ist etwas schmerzhaftes, wo ich weinen müsste, was ich aber zu verhindern suche.
Es gab große Aggressivitäten gegen Dich, alles Übertragungen, ich bin selber froh, diese mal in mir kennengelernt zu haben, so kann ich meine Studenten besser verstehen, wenn sie diese Übertragungen auch bei mir haben. Die lösen sich nach ein paar Stunden wieder auf, das Körper-Geist Kontinuum findet immer einen neuen Weg, wenn man ihn in Ruhe lässt. es war eine spannende Reise und ist es auch weiter noch. Ich habe Farben gesehen, weiß, wo meine ungeliebten stellen im Körper sind und habe schönste Bilder von Mutter Gottes in weißem Licht und schwarze Farbe vor lauter Wut, die du zugelassen hast, in mir gehabt, was Deinen Mut erforderte,  gut war das. nicht nur Gold hilft, auch klebriges Schwarz.
Ich bin nach manchen Stunden bei dir so groß, dass ich mich als Riesin fühle und weiß, dass du mein Wachstum immer unterstützt. das ist selten.

Nach circa 6 Stunden bei dir, ist der Rückenschmerz sowieso vorbei gewesen, und meine Schüler kann ich mit viel weniger Energie unterrichten.

Ich finde dich sehr streng und das ist gut so. Es war wichtig für mich, dass du mir eines Tages gespiegelt hast, dass nicht du für meine Entstressung da bist, wie ich anfangs dachte, sondern dass ich selbst lerne, mein Leben stress-und leistungsfreier zu gestalten.
Das Interessante ist für mich dieser Zwischenraum zwischen Reiz und Reaktion oder Reiz und Gewohnheit. Das empfinde ich als Gnade. Einige Male war ich in diesem Bereich und das hat alles verändert.

es gibt noch viel zu lernen, und mein Körper ist sehr dankbar, das spüre ich. ich bin immer noch mitten in meinem eigenen Ozean und die eigene Übernahme hat eben erst begonnen.
ich bin sehr auf mein neues Ufer gespannt.

danke für alles.
Deine C


 

Report about the treatment by Annette Eckert (Aug.05 – Aug.06)

„I am 64 years of age and suffered a brain infarct with a pronounced

paralysis on one side nine years ago. I did not want to accept the paralysis
and have therefore, in irregular intervals, obtained “kranken-gymnastische”
treatment from good therapists.

A friend of mine who hadn’t seen me for a long time was struck by my
strenuous movements. She suggested to get an appointment with Frau
Eckert. This was one year ago. She has been coming to me twice a week
since then – of late only once a week.

Already at the first session I was speechless: I have very often been
massaged, been touched, but I have never experienced this releasing kind of
pressing, stretching, light shaking without hurry or effort, without “purpose”.
Instead of somebody pressing hard on tense muscles, I experienced a
widening in places which were not noticed by therapists. There was no hasty
grip or hurry, but tender stretches and vibrating movements.

My toes which had to keep me in an equilibrium were cramped up and
shortened, I couldn’t stretch out the paralysed leg, my left arm was cramped
and bent down, I couldn’t lift a single finger, my shoulders were pulled up
high and to the front. Very hard muscles.

Instead of working on the neck, she very softly and with much time, touched
my head, maybe in the way I have missed as a child. Times were tough then.
The shoulders all flat on the couch. She paid strict attention that I did not
‘help’ her with her movements. It has since been possible for me to get up
without effort and to walk in the garden.

Very unusual: I wasn’t meant to look at the floor anymore. For protection,
she walked alongside. First of all, always again: The posture of the head.
I have not received a particular task to exercise.

In walking, sitting down, getting up she reminded me time and again to keep
the head free, to let the back feel wide, and to let the feet unwind(unroll),
and to enjoy this movement.

This lightness with which I’m able to move now, get up, sit down, use the
left arm in carrying and gripping, use scissors with my left to cut my
fingernails is hard to believe.
I might walk slowly, but I won’t be rushed anymore.
I am grateful.“

Dr. D. R.
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Liebe Annette,

Berlin, den 24.9.06

ja, wie erlebe ich die Alexander Technik ?

Ich versuche mal eine Antwort.

Meine wichtigste Empfindung ist, dass ich durch die Alexandertechnik

„wieder ins Lot“ komme bzw. auch spüre, wo ich nicht im Lot bin. Ich kann meine

Körperempfindung klären und mich genauer spüren, immer mit einer Schale,

einem Spannungs -, Entspannungsfeld um mich herum.

Sehr wichtig war für mich die Anordnung, Empfehlung, dass ich nicht

mithelfen soll. Ich als notorische Unterstützerin kann es sehr genießen, einmal

die Verantwortung nicht tragen zu sollen. Dadurch stellt sich schnell eine sehr

tiefe Entspannung ein, die ich aber nicht als Schlaffheit erlebe, sondern mehr als

Leichtigkeit. Ich genieße es dabei auch, dass ich nie das Gefühl habe, „falsch“

zu sein, irgendwelchen Ansprüchen nicht zu genügen, die mit meinem Körper

zusammenhängen, sondern so „richtig“ zu sein, wie ich heute bin.

Das Arbeiten am Boden ist immer eine Gratwanderung für mich; die

körperliche Nähe ist sehr viel größer und ich spüre dabei das notwendige

Vertrauen zu Dir. Ich habe den Eindruck, dass mich die Behandlungen sehr

erfrischen und mir Energie geben.

Ich genieße auch die Ruhe und die „Zartheit“ der Anwendungen, sodass ich

mich nicht fürchten muss, sondern mich wirklich jedes Mal neu drauf freuen

kann.

Soweit einmal für heute meine kleine Bilanz

Sabine Z.

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„Liebe Annette,

weißt Du, was heute morgen geschehen ist? Zum ersten Mal habe ich die

unglaublich starke Energie in mir wahrgenommen, die nicht durch Widerstand

hindurch musste, um sich zeigen zu können, sondern die durch Entspannung

Platz hatte zu sein. Ich kann das nicht wirklich in Worte fassen, aber es ist

einfach grandios. Es ist – die Bühne frei machen für das, was da ist.

Die Energie selbst kann ich ebenfalls nicht gut beschreiben. Sie erfüllt mich mit

unbändiger Freude und Liebe, und gleichzeitig mit Erschrecken und Angst – und

was ich auch ganz klar gesehen habe – um diese Energie zurückzuhalten, esse

ich, weil sie mir unheimlich ist, mich der mir so gut antrainierten und damit so

zentralen Kontrolle beraubt.

Das ist Leben!?! Unvorstellbar – wirklich alles enthaltend – von überwältigender

Freud‘ bis atemberaubender Furcht.

Unverständliches Kauderwelsch? Egal, ich muss es Dir einfach schreiben, mit

Dir teilen, auch damit ich es nicht wieder vergessen kann.

Hab‘ eine gute Zeit! Bis wir uns wiedersehen – liebe Grüße.“

(04. Sept. 2008)

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